Der Beitrag stellt den Denkansatz der Philosophischen Anthropologie als eine moderne Theorie des Sozialen dar, die von einer philosophischen Biologie des Lebendigen ausgeht. Fokussiert wird in der Theorie des Sozialen die sozio-kulturelle Lebenswelt des Menschen, der bei Scheler, Plessner, Gehlen und Portmann von der Natur her als Kulturwesen exponiert wird. Gezeigt wird zunächst die Eigenart dieses Denkansatzes in Differenz und Affinität zu anderen Theorien des Sozialen (z. B. Evolutionstheorie, Pragmatismus, Systemtheorie, Strukturalismus). Anschließend werden die Grundbegriffe des Sozialen sichtbar (z. B. ‚exzentrische Positionalität‘, Außenwelt, Innenwelt, Mitwelt, Handlung, Verkörperung, Institution und Rolle), mit denen der Denkansatz auch seine Gesellschaftstheorie der Moderne als Ausgleichs- und Kompensationstheorie entfaltet. Der philosophisch-anthropologische Ansatz wurde eine wichtige Selbstbeobachtungstheorie v. a. der bundesrepublikanischen Gesellschaft (Schelsky, Popitz, Bahrdt, Claessens) in industrie-, stadt-, familien- und sport- und gewaltsoziologischen Forschungen. Der Beitrag schließt mit Kritiken an diesem Denkansatz und einem Ausblick auf seine Aktualität.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Exzentrische Positionalität, Weltoffenheit, Institutionen: Philosophische Anthropologie als soziologische Theorie und Analyse der Moderne

  • Joachim Fischer

摘要

Der Beitrag stellt den Denkansatz der Philosophischen Anthropologie als eine moderne Theorie des Sozialen dar, die von einer philosophischen Biologie des Lebendigen ausgeht. Fokussiert wird in der Theorie des Sozialen die sozio-kulturelle Lebenswelt des Menschen, der bei Scheler, Plessner, Gehlen und Portmann von der Natur her als Kulturwesen exponiert wird. Gezeigt wird zunächst die Eigenart dieses Denkansatzes in Differenz und Affinität zu anderen Theorien des Sozialen (z. B. Evolutionstheorie, Pragmatismus, Systemtheorie, Strukturalismus). Anschließend werden die Grundbegriffe des Sozialen sichtbar (z. B. ‚exzentrische Positionalität‘, Außenwelt, Innenwelt, Mitwelt, Handlung, Verkörperung, Institution und Rolle), mit denen der Denkansatz auch seine Gesellschaftstheorie der Moderne als Ausgleichs- und Kompensationstheorie entfaltet. Der philosophisch-anthropologische Ansatz wurde eine wichtige Selbstbeobachtungstheorie v. a. der bundesrepublikanischen Gesellschaft (Schelsky, Popitz, Bahrdt, Claessens) in industrie-, stadt-, familien- und sport- und gewaltsoziologischen Forschungen. Der Beitrag schließt mit Kritiken an diesem Denkansatz und einem Ausblick auf seine Aktualität.