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Eine neue Unübersichtlichkeit: Digitalisierung und politische Beteiligung in ländlichen Räumen

  • Olaf Kühne,
  • Jan-Hendrik Kamlage

摘要

Die Digitalisierung verändert die Lebenswelt der Menschen fundamental. Sie durchdringt und verändert die Art wie wir arbeiten, Informationen gewinnen, miteinander kommunizieren, uns vernetzen und uns beteiligen. Mehr noch: Internet und soziale Medien beeinflussen unser Verständnis von Räumen. An die Stelle dichotomer Gemeinschafts- und Raumkonzepte treten zunehmend hybride und digital geprägte Raum- und Gesellschaftskonstellationen. Die Bezeichnung ‚ländlicher Räum‘ ist heute dabei ebenso begründungsbedürftig wie die ihres (scheinbar) urbanen Pendants. Die Verständnisse räumlicher Einheiten reichen von essenzialistischen Deutungen über Versuche auf positivistischer Grundlage, regionale Einheiten abzugrenzen, bis hin zu Fragen der sozialen und digitalen Konstruktion dieser Räume. Durch die diese Konstruktion kommt es vielfach zu stereotypen Bewertungen. Die Praktiken dieser Raumerzeugung sollten kritisch hinterfragt werden. Dieser Aufruf lässt sich auch an die Digitalisierung ländlicher Räume richten, die zwar einerseits Partizipation und Teilhabe ermöglicht, andererseits Menschen den Zugang zu digitalen Infrastrukturen erschwert, weil diese über geringe Ressourcenausstattungen verfügen, die die Voraussetzung für die Wahrnehmung von Teilhabechancen sind. Die konstatierte Differenzierung von Räumen im Gefolge der Modernisierung der Gesellschaft wiederum lässt es als opportun erscheinen, von post-ruralen, aber auch post-urbanen Räumen zu sprechen, die von überlappenden Entwicklungen und Ambivalenz geprägt sind und sich generalistischen Bewertungen entziehen.