Digitale Spaltung hat nicht nur einen gravierenden Einfluss auf kulturelle, soziale und ökonomische Lebenschancen, sondern auch auf die politischen Beteiligungsmöglichkeiten. Dabei zeigt sich digitale Spaltung auf einer ersten Ebene als mangelhafte Versorgung mit digitaler Infrastruktur. Hier sind bestehende langsame Breitbandnetze nur begrenzt leistungsfähig und nur in wenigen Ländern sind weite Bevölkerungsgruppen über schnelle leistungsfähige Glasfasernetze eingebunden. Online Beteiligung umfasst digitale Information, Kommunikation und Interaktion. Auf dem zweiten Level der digitalen Spaltung wird eine Ungleichheit in Bezug auf digitale operationale und formale medienbezogene Kenntnisse (digital literacy) und informationsbezogene Kompetenzen (digital fluency) offensichtlich. Wie prägen digitale Souveränität und digitale citizenship den Handlungsspielraum? Sind entsprechende partizipative Räume im invented oder invited space vorhanden, die diese individuellen Handlungsmöglichkeiten (digital capabilities) erweitern? Wie wirken die Technologien der künstlichen Intelligenz? Der internationale Vergleich fokussiert neben Deutschland auf andere europäische Länder und auf die USA. Neben OECD Ländern werden zudem auch Länder des Südens miteinbezogen. Der internationalen Vergleich zeigt, dass eine digitale Spaltung nicht nur zwischen dem globalem Norden und Ländern des Südens deutlich wird (hier bestehen überraschende positive wie negative Ausnahmefälle), sondern dass in den jeweiligen Ländern auch oft starke Unterschiede zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen existieren, die über das häufig konstatierte Stadt-Land Gefälle hinausgehen.

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Digitale Spaltung im internationalen Vergleich

  • Norbert Kersting,
  • Karen Mossberger

摘要

Digitale Spaltung hat nicht nur einen gravierenden Einfluss auf kulturelle, soziale und ökonomische Lebenschancen, sondern auch auf die politischen Beteiligungsmöglichkeiten. Dabei zeigt sich digitale Spaltung auf einer ersten Ebene als mangelhafte Versorgung mit digitaler Infrastruktur. Hier sind bestehende langsame Breitbandnetze nur begrenzt leistungsfähig und nur in wenigen Ländern sind weite Bevölkerungsgruppen über schnelle leistungsfähige Glasfasernetze eingebunden. Online Beteiligung umfasst digitale Information, Kommunikation und Interaktion. Auf dem zweiten Level der digitalen Spaltung wird eine Ungleichheit in Bezug auf digitale operationale und formale medienbezogene Kenntnisse (digital literacy) und informationsbezogene Kompetenzen (digital fluency) offensichtlich. Wie prägen digitale Souveränität und digitale citizenship den Handlungsspielraum? Sind entsprechende partizipative Räume im invented oder invited space vorhanden, die diese individuellen Handlungsmöglichkeiten (digital capabilities) erweitern? Wie wirken die Technologien der künstlichen Intelligenz? Der internationale Vergleich fokussiert neben Deutschland auf andere europäische Länder und auf die USA. Neben OECD Ländern werden zudem auch Länder des Südens miteinbezogen. Der internationalen Vergleich zeigt, dass eine digitale Spaltung nicht nur zwischen dem globalem Norden und Ländern des Südens deutlich wird (hier bestehen überraschende positive wie negative Ausnahmefälle), sondern dass in den jeweiligen Ländern auch oft starke Unterschiede zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen existieren, die über das häufig konstatierte Stadt-Land Gefälle hinausgehen.