Globalisierung und soziale Ungleichheit
摘要
Dieser soziologische Beitrag beschäftigt sich mit der Veränderung sozialer Ungleichheitsmuster in modernen Gesellschaften im Zuge der Globalisierung. Im Mittelpunkt stehen die mit dem Globalisierungsprozess verbundenen wachsenden ökonomischen und gesellschaftlichen Unsicherheiten in globalen Gesellschaften, die sich in einer zunehmenden Flexibilisierung von Berufskarrieren niederschlagen. Der Beitrag stützt sich auf die konzeptionellen Arbeiten des GLOBALIFE-Projekts und stellt ausgewählte empirische Ergebnisse dieses Projekts vor. Er zeigt, dass der Globalisierungsprozess die sozialen Ungleichheiten der Menschen in verschiedenen Phasen ihres Lebenslaufs in sehr unterschiedlicher Weise beeinflusst: Während sich die Erwerbsverläufe von Männern in der Mitte ihrer Karriere in den meisten modernen Ländern als weitgehend stabil erwiesen haben, sahen sich vor allem junge Erwachsene und Frauen in der Mitte ihres Lebens mit einer starken Flexibilisierung ihrer Beschäftigungsverhältnisse konfrontiert. Die Globalisierung hat auch den Übergang in den Ruhestand verändert, insbesondere für Arbeitnehmer im Vorruhestandsalter. Der Einfluss des Globalisierungsprozesses wird auf nationaler Ebene durch unterschiedliche, fest verankerte institutionelle Strukturen „gefiltert“. In den skandinavischen Ländern gelang es dabei, die Verschärfung sozialer Ungleichheiten im Globalisierungsprozess durch umfangreiche wohlfahrtsstaatliche Absicherungen einzudämmen. In anderen Wohlfahrtsregimen hingegen führte die Globalisierung zu einer Verschärfung sozialer Ungleichheiten vor allem zwischen Insidern und Outsidern des Arbeitsmarktes (beispielsweise in den konservativen Wohlfahrtsstaaten wie Deutschland und in den südeuropäischen Wohlfahrtsstaaten wie Spanien oder Italien). Die Ungleichheiten zwischen den Arbeitnehmenden mit unterschiedlichen individuellen Ressourcen (z. B. formalen Qualifikationen oder Berufserfahrungen) haben sich insbesondere in liberalen Wohlfahrtsstaaten (wie in den USA und dem Vereinigten Königreich) stark vergrößert.