Wirtschaftsphilosophie als Handlungstheorie a priori: Ludwig von Mises
摘要
Ludwig von Mises (1881–1973) kann als der bedeutendste Vertreter eines konsequenten Liberalismus im Sinne der Österreichischen Schule angesehen werden. Von besonderem Interesse ist bei ihm die Tatsache, dass er den Liberalismus nicht von weltanschaulichen Voraussetzungen oder Zielsetzungen her, sondern in einer apriorisch ansetzenden Handlungstheorie – der „Praxeologie“ – begründet. Die folgende Darstellung gibt einen Überblick über von Mises’ Leben und Werk und geht dann insbesondere auf repräsentative Grundgedanken des Hauptwerks, der Nationalökonomie, ein, die jeweils auch philosophisch bedeutsam sind. Bestimmte Grenzen des von Mises’schen Ansatzes ergeben sich zuletzt aus der Tatsache, dass von Mises einem aus dem Neukantianismus stammenden Dualismus zwischen Tatsachen- und Wertsphäre verhaftet bleibt, wodurch eine inhaltlich orientierte Wissenschaft von den Zwecken von vornherein ausgeschlossen ist und die Ökonomie auch in ihrer praxeologischen Unterfütterung eine Lehre von der formal richtigen Wahl äußerer Mittel bleibt. Gleichwohl präsentiert von Mises ein durchschlagendes Korrektiv sowohl gegenüber „fatalistischen“ Einstellungen in Bezug auf das Wirtschaftsgeschehen wie ebenso gegenüber jeder Form der Auslieferung der Ökonomie und ökonomischen Theorie an die Wirtschaftspolitik.