Die Neoklassik und die theoretische Grundlegung der Globalisierung
摘要
Das neoklassische Paradigma weist einen hohen Erklärungsgehalt für die globale Arbeitsteilung und ihre Wirkungen auf. Die neoklassische Analyse erlaubt es, Aussagen darüber zu treffen, wie internationale Produktions- und Konsummuster zustande kommen und unter welchen Bedingungen solche Muster geändert werden können. Allerdings haben Kritiker immer wieder darauf hingewiesen, dass die neoklassische Methode den Menschen auf den Homo Oeconomicus reduziert und damit als amoralisch betrachte. Diese Sicht verkennt, dass die Neoklassik einen Instrumentenkasten anbietet und nicht reklamiert, das menschliche Verhalten genau zu erklären oder gar vorherzusagen; man könnte gewissermaßen von einer neoklassischen Heuristik sprechen. Diese Heuristik der Grenznutzenschule erfasst die Kalküle von Marktteilnehmern in nationalem und globalem Kontext sehr klar und logisch konzise. Hinzu kommt eine überzeugende empirische Evidenz für die neoklassischen Vorhersagen der Entwicklungen auf den globalen Märkten. Das methodisch recht einfache neoklassische Instrumentarium erlaubt damit recht gute Erklärungen und Vorhersagen. Das Verhalten der Unternehmen und Konsumenten auf den globalen Märkten wird mithilfe neoklassischer Methoden gut eingefangen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Politik sich recht gut auf diese Verhaltensmuster verlassen kann. Damit kann man sich die scheinbare Schwäche der Neoklassik, ihren moralischen blinden Fleck, zunutze machen. Anstatt zu moralisieren, kann die Politik mithilfe entsprechender Anreize das marginale Kalkül von Akteuren beeinflussen.