Lebensnahe Vermittlung mentaler Gesundheitskompetenz an Schüler*innen
摘要
Das Erwachsenwerden stellt Schüler*innen vor eine Vielzahl von Herausforderungen und Schwierigkeiten. Dazu zählen Leistungsdruck, Zukunftssorgen und Konflikte aber auch gesamtgesellschaftliche Veränderungen und Krisen wie die Klimakrise stellen Stressoren im Alltag von Schüler*innen dar. Untersuchungen zur Lebenszeitprävalenz psychischer Störungen zeigen, dass die meisten psychischen Erkrankungen vor dem 24. Lebensjahr beginnen. Es ist also wichtig frühzeitig zu intervenieren um Schüler*innen bestmöglich bei der gesunden Bewältigung dieser Lebensphase zu unterstützen und damit ein sicheres Fundament für kommende Entwicklungsaufgaben über die gesamte Lebensspanne zu schaffen. In diesem Beitrag werden die Ergebnisse einer mit Schüler*innen, Eltern und Schulpersonal durchgeführten Bedarfsanalyse skizziert. Diese legt nahe, dass 89 % der Schüler*innen das Thema mentale Gesundheit für wichtig oder sehr wichtig halten, sich jedoch 76 % der Schüler*innen nicht gut darin unterstützt fühlen, sich um ihre mentale Gesundheit zu kümmern. Obwohl der Bedarf groß ist, kann die Schule allein diesem derzeit nicht nachkommen. Lehrkräfte fühlen sich in Bezug auf die Förderung der mentalen Gesundheit von Schüler*innen nicht ausreichend geschult und Zeitmangel sowie strukturelle Hürden im Schulsystem verhindern derzeit, dass Schüler*innen in der Schule ausreichend unterstützt werden können. Die Förderung der mentalen Gesundheitskompetenz von Schüler*innen durch externe Angebote wird deshalb anhand des best practice Beispiels des Vereins Kopfsachen e.V. vorgestellt. Kopfsachen e.V. bietet Präventionsangebote in Form von Workshops für Schüler*innen und deren Schutzsystem wie Schulpersonal und Eltern an. Dabei setzt Kopfsachen e.V. auf interaktive und zielgruppenspezifische Workshopformate, die durch ein junges Team an studentischen Workshopleitungen realisiert werden. Innerhalb der Workshops werden wissenschaftlich fundierte Methoden aus der Verhaltenstherapie und der systemischen Therapie eingesetzt, die auf eine Steigerung der mentalen Gesundheitskompetenz (MHL) und der emotionalen Selbstwirksamkeitserwartung (ESE) abzielen. Um die Angebote bestmöglich an die Bedürfnisse der Zielgruppe anzupassen, bezieht Kopfsachen Schüler*innen partizipativ in die Konzeption von Angeboten mit ein und überprüft die Wirksamkeit fortlaufend durch eine wissenschaftliche Begleitung und kontinuierliche Evaluation des Angebots. Im Beitrag wird zunächst die Mission und Haltung des Vereins Kopfsachen e.V. vorgestellt, anschließend der Workshop zur Förderung der mentalen Gesundheit von Schüler*innen sowie Workshops für Schulpersonal im Detail erklärt und schlussendlich die Ergebnisse der bisherigen Wirksamkeitsüberprüfung zur ESE vorgestellt und diskutiert. Der Beitrag schließt mit einer Zusammenfassung von Erfahrungen und einem Ausblick auf die Zukunft der Förderung der psychischen Gesundheitskompetenz bei Schüler*innen.