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Migration, Sozialstruktur und Ungleichheit in Deutschland und Europa

  • Anja Weiß,
  • Ilana Nussbaum Bitran

摘要

Der Beitrag stellt die sozialstrukturelle Position von Migrant_innen und deren Nachkommen in Deutschland und Europa dar. Die Selektivität der Migration ist eine häufig übersehene Ursache dafür, dass sich Migrant_innen sozialstrukturell von der sesshaften Bevölkerung unterscheiden. Die extreme Heterogenität, die durch unterschiedliche Migrationsgeschichten bedingt ist, führt dazu, dass es reiche, hoch gebildete, und auch sehr arme Migrant_innen gibt. Außerdem treffen Neuzuwanderer auf sehr verschiedene wohlfahrtsstaatliche Aufnahmekontexte. Im Durchschnitt sind die meisten Migrant_innen, und v. a. die aus Nicht-EU-Ländern, aber deutlich schlechter gestellt als andere Migrantengruppen. Durch rechtliche Nachteile und aufgrund ihrer geringeren oder nicht anerkannten beruflichen Bildung werden sie ins flexible Segment des Arbeitsmarktes gelenkt. Das bedingt langfristige Nachteile, auch für die Migrationsfolgegenerationen, insbesondere in Deutschland, wo sich Armut in der Tendenz vererbt. Institutionelle Diskriminierung, rechtliche und ökonomische Benachteiligung gehen Hand in Hand mit direkter Diskriminierung und Gewalt, die sich gegen sichtbar Andere – unabhängig von deren Staatsbürgerschaft – richten. Der Beitrag plädiert für eine transnationale Perspektive auf Migration. Migrant_innen leben und arbeiten, verdienen und konsumieren in mehr als einem Land. Daher lässt sich ihre soziale Lage nur mit Blick auf mindestens zwei Länder, ggf. auch im Verhältnis zu transnationalen sozialen Räumen (z. B. ethnischen Netzwerken oder professionellen Feldern) beurteilen.