Migration und Sport
摘要
Der Sport taucht in der Migrationssoziologie vergleichsweise selten als Forschungsgegenstand auf. Dies überrascht insofern, als dass der moderne Sport auf vielen Ebenen untrennbar mit Migrationsprozessen und -folgen verbunden ist. Der vorliegende Beitrag betrachtet den Zusammenhang von Migration und Sport aus verschiedenen Blickwinkeln: Sport wird erstens als Problemlöser von Migrationsfolgen, dem verbindende und integrative Wirkungen nachgesagt werden, untersucht. Dabei wird einerseits das „integrationsideologische“ Selbstverständnis der Sportorganisationen in Europa betrachtet; andererseits wird die wissenschaftliche Debatte zu den Integrationspotenzialen und -grenzen des (organisierten) Sports dargestellt. Zweitens wird der Blick auf den Spitzensport gerichtet, der als Treiber von (Eliten-)Migration wirkt. So ist im Kontext des Spitzensports längst ein globaler Wettbewerb um Athletinnen und Athleten entstanden, dem sich Spitzensportorganisationen stellen müssen. Drittens wird der Fokus auf Debatten um nationale Zugehörigkeit gerichtet, die auf der Bühne Spitzensport symbolisch geführt werden. Ein aktuelles Beispiel ist die öffentliche Diskussion um die Identifikation von deutschen Fußball-Nationalspielern mit Migrationshintergrund in Deutschland.