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Neuromorphe Computer und Künstliche Intelligenz

  • Klaus Mainzer

摘要

Die klassische KI-Forschung orientiert sich an den Leistungsmöglichkeiten eines programmgesteuerten Computers, der nach der Churchschen These im Prinzip mit einer Turingmaschine äquivalent ist. Nach dem Mooreschen Gesetz wurden damit bis heute gigantische Rechen- und Speicherkapazitäten erreicht. Aber die Leistungen von Supercomputern haben einen Preis, dem die Energie einer Kleinstadt entsprechen kann. Umso beeindruckender sind menschliche Gehirne, die Leistungen des KI-Systems WATSON (z. B. eine natürliche Sprache sprechen und verstehen) mit dem Energieverbrauch einer Glühlampe realisieren. Spätestens dann ist man von der Effizienz neuromorpher Systeme wie biologische Gehirne beeindruckt, die in der Evolution entstanden sind. Der folgende Artikel zeigt zunächst, dass biologische Gehirne sich als komplexe dynamische Systeme auffassen lassen. Das Modell komplexer neuronaler Netze lässt sich aber nicht nur wie bisher im Machine Learning auf digitalen Computern simulieren, sondern auch technisch als Hardware mit neuartigen digitalen und analogen Einheiten wie einem Memristor realisieren (Mainzer 2019, Kap. 10.1; Mainzer 2024). Trainingsalgorithmen des Machine Learning können für diese neuartige Rechnerarchitektur (im Unterschied zur von Neumann-Architektur) eingerichtet werden und kommen damit der tatsächlichen Arbeitsweise natürlicher Intelligenz mit biologischen Gehirnen sehr nahe.