Im Zuge der zwischenmenschlichen Online-Kommunikation kommt es definitionsgemäß zur computervermittelten Begegnung von mindestens zwei Personen. Daher sind Fragen rund um die digitalen Identitäten dieser Personen und damit verbundene, wechselseitige Prozesse der Selbstdarstellung und Eindrucksbildung allgegenwärtig. Bei der Identität geht es zum einen um die Identifizierbarkeit einer konkreten Person sowie um die Merkmale, mit denen sie sich identifiziert, die dementsprechend für ihr Selbstbild wichtig sind, etwa ihr Aussehen, ihre Persönlichkeitseigenschaften, Werte, Rollen und Fähigkeiten, die verschiedene Teilidentitäten spiegeln (z. B. professionelle, politische, kulturelle, sexuelle Identitäten). Digitale Kontexte bieten einen niedrigschwelligen Zugang zu neuen sozialen Räumen, in denen Identitäten ausgelebt werden können, die im Offline-Alltag seltener oder nie realisiert werden. Dabei sind Identitäten in digitalen Kontexten durch elektronisch gespeicherte und computervermittelt übertragene Merkmale repräsentiert und rekonstruierbar. Dies bietet Menschen teilweise mehr Freiheitsgrade in ihrer Online-Selbstdarstellung, die authentisch, idealisiert oder auch gefälscht sein kann, was zu neuen Unsicherheiten bei der Online-Eindrucksbildung führt. Prozesse der Selbstdarstellung und Eindrucksbildung wirken auf die Identität zurück, da sie mit der Bestätigung oder Infragestellung des Selbstbildes verknüpft sind.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Identität, Selbstdarstellung und Eindrucksbildung in digitalen Kontexten

  • Nicola Döring

摘要

Im Zuge der zwischenmenschlichen Online-Kommunikation kommt es definitionsgemäß zur computervermittelten Begegnung von mindestens zwei Personen. Daher sind Fragen rund um die digitalen Identitäten dieser Personen und damit verbundene, wechselseitige Prozesse der Selbstdarstellung und Eindrucksbildung allgegenwärtig. Bei der Identität geht es zum einen um die Identifizierbarkeit einer konkreten Person sowie um die Merkmale, mit denen sie sich identifiziert, die dementsprechend für ihr Selbstbild wichtig sind, etwa ihr Aussehen, ihre Persönlichkeitseigenschaften, Werte, Rollen und Fähigkeiten, die verschiedene Teilidentitäten spiegeln (z. B. professionelle, politische, kulturelle, sexuelle Identitäten). Digitale Kontexte bieten einen niedrigschwelligen Zugang zu neuen sozialen Räumen, in denen Identitäten ausgelebt werden können, die im Offline-Alltag seltener oder nie realisiert werden. Dabei sind Identitäten in digitalen Kontexten durch elektronisch gespeicherte und computervermittelt übertragene Merkmale repräsentiert und rekonstruierbar. Dies bietet Menschen teilweise mehr Freiheitsgrade in ihrer Online-Selbstdarstellung, die authentisch, idealisiert oder auch gefälscht sein kann, was zu neuen Unsicherheiten bei der Online-Eindrucksbildung führt. Prozesse der Selbstdarstellung und Eindrucksbildung wirken auf die Identität zurück, da sie mit der Bestätigung oder Infragestellung des Selbstbildes verknüpft sind.