Das Thema „digitaler Journalismus“ wird in diesem Beitrag in zwei Perspektiven erörtert: Zum einen wird der Frage nachgegangen, wie der traditionelle Journalismus, der professionell betrieben wird und redaktionell organisiert ist, ins Internet expandiert ist (Abschn. 1). In dieser Perspektive stellt sich die Frage nach dem Verhältnis zwischen dem Journalismus in den klassischen Massenmedien und im Internet: Wie engagieren sich Presse und Rundfunk im neuen Medium? Welche crossmedialen Strategien verfolgen sie? Wie passen sie sich den Gegebenheiten und Erwartungen im Internet an? In der zweiten Perspektive ist der Blick ausschließlich auf das Internet gerichtet: Hier ist der Frage nachzugehen, wie sich die aktuelle Öffentlichkeit durch und im Internet wandelt – und damit auch der Journalismus. Ein zentraler Gesichtspunkt ist hier, dass das Internet den Zugang zur Öffentlichkeit erweitert und damit den Kreis der potenziellen Kommunikator*innen: Ohne großen Aufwand kann jede*r im Internet publizieren. Eine Konsequenz dieses Partizipationsgewinns: Der Journalismus ist nicht mehr die zentrale Filterinstanz, die jede publizierte Nachricht passiert haben muss. Wer aber selektiert, recherchiert, prüft, kommentiert, präsentiert und aggregiert dann aktuelle Informationen im Internet? Lässt sich journalistische Arbeit durch Computeralgorithmen automatisieren, vielleicht sogar durch künstliche Intelligenz ersetzen? Gibt es also funktionale Äquivalente zum klassischen Journalismus im Internet? Diese Fragen werden in Abschn. 2 diskutiert. Abschließend werden die Konturen einer integrierten und deliberativen Netzwerköffentlichkeit skizziert.

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Digitaler Journalismus

  • Christoph Neuberger,
  • Thorsten Quandt

摘要

Das Thema „digitaler Journalismus“ wird in diesem Beitrag in zwei Perspektiven erörtert: Zum einen wird der Frage nachgegangen, wie der traditionelle Journalismus, der professionell betrieben wird und redaktionell organisiert ist, ins Internet expandiert ist (Abschn. 1). In dieser Perspektive stellt sich die Frage nach dem Verhältnis zwischen dem Journalismus in den klassischen Massenmedien und im Internet: Wie engagieren sich Presse und Rundfunk im neuen Medium? Welche crossmedialen Strategien verfolgen sie? Wie passen sie sich den Gegebenheiten und Erwartungen im Internet an? In der zweiten Perspektive ist der Blick ausschließlich auf das Internet gerichtet: Hier ist der Frage nachzugehen, wie sich die aktuelle Öffentlichkeit durch und im Internet wandelt – und damit auch der Journalismus. Ein zentraler Gesichtspunkt ist hier, dass das Internet den Zugang zur Öffentlichkeit erweitert und damit den Kreis der potenziellen Kommunikator*innen: Ohne großen Aufwand kann jede*r im Internet publizieren. Eine Konsequenz dieses Partizipationsgewinns: Der Journalismus ist nicht mehr die zentrale Filterinstanz, die jede publizierte Nachricht passiert haben muss. Wer aber selektiert, recherchiert, prüft, kommentiert, präsentiert und aggregiert dann aktuelle Informationen im Internet? Lässt sich journalistische Arbeit durch Computeralgorithmen automatisieren, vielleicht sogar durch künstliche Intelligenz ersetzen? Gibt es also funktionale Äquivalente zum klassischen Journalismus im Internet? Diese Fragen werden in Abschn. 2 diskutiert. Abschließend werden die Konturen einer integrierten und deliberativen Netzwerköffentlichkeit skizziert.