Bezugsprobleme der Professionen in Vergangenheit und Zukunft – Zugleich ein Versuch der theoretischen Rekonzeptualisierung der Professionssoziologie
摘要
Der Beitrag schlägt vor, unterschiedliche professionssoziologische Theoriestränge mithilfe einer mehrwertigen Logik nach Gotthard Günther zu verbinden, indem interaktions-, subjektivierungs-, leib- und gesellschaftstheoretische Perspektiven integriert werden. Ausgangspunkt ist die These, dass sich Professionen mit der komplexen Unsicherheit einer polyzentrischen Gesellschaft befassen, die mehrere Rationalitäten und Reflexionsorte kennt. Professionelles Handeln steht somit immer vor dem Problem, dass die Realität nicht eindeutig bestimmbar ist. Dies zeigt sich besonders in der professionellen Interaktion, die nie nur Sachfragen klärt, sondern auch mit der leiblich präsenten, epistemisch nicht vollständig zugänglichen Subjektivität des Gegenübers umgehen muss. Zugleich sind Professionen auf Systemvertrauen angewiesen, das gegenwärtig zunehmend unter Druck gerät.