„Wissensgesellschaft“ fungiert im politischen Diskurs als Zeit- und Zukunftsdiagnose, die auf die Vorstellung verweist, dass sich Gegenwartsgesellschaften zu wissens- und forschungsabhängigen Ökonomien entwickeln. Eine „kritische Theorie“ der Wissensgesellschaft begleitet weniger den Prozess der Politisierung des sozialwissenschaftlichen Konzepts, vielmehr rückt die Kritik am Gebrauch des Terminus ins Zentrum, weil er Herrschaftsdimensionen moderner Gesellschaften ignoriert und verschleiert. In diesem Beitrag soll die Entwicklung des Begriffs „Wissensgesellschaft“ zuerst ideengeschichtlich nachvollzogen werden, um ihn anschließend ideologiekritisch auf seinen emanzipativen Gehalt zu befragen. Das „Postskriptum 2025“ diskutiert die Frage, inwiefern der ideologische Diskurs der Wissensgesellschaft seine Strahlkraft verloren hat und in welchen Kontexten er aktuell fortgeschrieben wird.

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Ansätze einer kritischen Theorie der Wissensgesellschaft

  • Eva Kreisky,
  • Marion Löffler

摘要

„Wissensgesellschaft“ fungiert im politischen Diskurs als Zeit- und Zukunftsdiagnose, die auf die Vorstellung verweist, dass sich Gegenwartsgesellschaften zu wissens- und forschungsabhängigen Ökonomien entwickeln. Eine „kritische Theorie“ der Wissensgesellschaft begleitet weniger den Prozess der Politisierung des sozialwissenschaftlichen Konzepts, vielmehr rückt die Kritik am Gebrauch des Terminus ins Zentrum, weil er Herrschaftsdimensionen moderner Gesellschaften ignoriert und verschleiert. In diesem Beitrag soll die Entwicklung des Begriffs „Wissensgesellschaft“ zuerst ideengeschichtlich nachvollzogen werden, um ihn anschließend ideologiekritisch auf seinen emanzipativen Gehalt zu befragen. Das „Postskriptum 2025“ diskutiert die Frage, inwiefern der ideologische Diskurs der Wissensgesellschaft seine Strahlkraft verloren hat und in welchen Kontexten er aktuell fortgeschrieben wird.