Schon die frühe Filmtheorie befasste sich mit der Eigenart des Filmschauspiels, um die mediale Differenz des Films zum Theater zu begründen. Dennoch hat die Filmwissenschaft, die sich bevorzugt mit Fragen der Autorschaft, der Textualität und der Zuschauerschaft befasste, dieses Forschungsfeld lange ignoriert. In jüngerer Zeit entstanden zwar zahlreiche analytische und historiografische Arbeiten, die Schauspielstile, Fankulturen und Produktionsformen in unterschiedlichen historischen, kulturellen oder genrespezifischen Kontexten untersuchen. Theoretische Betrachtungen zum Filmschauspiel sind dagegen weiterhin vorwiegend verstreut in kurzen Artikeln, Beiträgen zu Sammelbänden oder eingebettet in umfassendere historisch-analytische Studien anzutreffen. Der Artikel entfaltet diese verschiedenen Ansätze daher entlang von Schlüsselbegriffen – Schauspiel und Performance, Diskontinuität und Fragmentierung, Type und Typecasting, Natürlichkeit und Materialität, Präsenz und Spiel – die in den theoretischen Überlegungen zum Schauspiel bis heute wiederkehren. Im Zentrum steht die Betrachtung des Schauspiels als ein mediales Geschehen, das als Zusammenspiel von Körper, Kultur und Technik zu verstehen ist. Im Subjekt des Schauspiels wird dabei vielfach die mediale Konstitution menschlicher Identität verhandelt.

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Filmschauspiel

  • Bettina Henzler

摘要

Schon die frühe Filmtheorie befasste sich mit der Eigenart des Filmschauspiels, um die mediale Differenz des Films zum Theater zu begründen. Dennoch hat die Filmwissenschaft, die sich bevorzugt mit Fragen der Autorschaft, der Textualität und der Zuschauerschaft befasste, dieses Forschungsfeld lange ignoriert. In jüngerer Zeit entstanden zwar zahlreiche analytische und historiografische Arbeiten, die Schauspielstile, Fankulturen und Produktionsformen in unterschiedlichen historischen, kulturellen oder genrespezifischen Kontexten untersuchen. Theoretische Betrachtungen zum Filmschauspiel sind dagegen weiterhin vorwiegend verstreut in kurzen Artikeln, Beiträgen zu Sammelbänden oder eingebettet in umfassendere historisch-analytische Studien anzutreffen. Der Artikel entfaltet diese verschiedenen Ansätze daher entlang von Schlüsselbegriffen – Schauspiel und Performance, Diskontinuität und Fragmentierung, Type und Typecasting, Natürlichkeit und Materialität, Präsenz und Spiel – die in den theoretischen Überlegungen zum Schauspiel bis heute wiederkehren. Im Zentrum steht die Betrachtung des Schauspiels als ein mediales Geschehen, das als Zusammenspiel von Körper, Kultur und Technik zu verstehen ist. Im Subjekt des Schauspiels wird dabei vielfach die mediale Konstitution menschlicher Identität verhandelt.