Akzessorische Leitungsbahnen und atrioventrikuläre Reentrytachykardien
摘要
Akzessorische Leitungsbahnen sind elektrisch aktivierbare Gewebeverbindungen kongenitalen Ursprungs, welche die Basis für Herzrhythmusstörungen bilden können. Durch die vorzeitige Erregung des Ventrikelmyokards (Präexzitation) kommt es im Oberflächen-EKG zur charakteristischen „Delta-Welle“. Das Auftreten einer Präexzitation in Kombination mit paroxysmalen Tachykardien wird als Wolff-Parkinson-White(WPW)-Syndrom beschrieben. Die häufigste Herzrhythmusstörung auf der Basis einer akzessorischen Leitungsbahn ist die atrioventrikuläre Reentrytachykardie (AVRT), es kann jedoch auch zu Vorhofflimmern, Vorhofflattern und in seltenen Fällen (< 1%) zu Kammerflimmern (plötzlicher Herztod) kommen. Die Diagnose, welche mittels 12-Kanal-EKG gestellt werden kann, erfolgt häufig im Kindes- und Jugendalter. Eine elektrophysiologische Untersuchung mit Katheterablation stellt mit einem Therapieerfolg von 95–98 % und niedrigen Komplikationsraten die effektivste Dauertherapie dar. Die Prognose ist in der Regel bei vorhandenem, aber sehr niedrigem, Risiko für den plötzlichen Herztod gut. Daher stellt die individuelle Risikostratifizierung bei asymptomatischer Präexzitation eine besondere Herausforderung dar.