Knienahe Osteotomien: Tibiaosteotomien varisierend und valgisierend
摘要
Valgisierende Osteotomie: Die valgisierende proximale Tibiaosteotomie ist eine orthopädische Standardoperation. Heute wird aufgrund der einfacheren Technik die öffnende Osteotomie von medial bevorzugt, optimal durchgeführt in biplanarer Technik. Die Indikation besteht bei konstitutioneller (knöcherner) Varusdeformität der proximalen Tibia, medialen Beschwerden und einem Arthrosestadium Kellgren-Lawrence I – III. Im Einzelfall kann auch bei viertgradigem Schaden eine Osteotomie erwogen werden. Das Lebensalter hat keinen Einfluss auf die Ergebnisse, Bandinstabilitäten und Streckdefizite bis 10° können bei der Operation mit adressiert werden. Die Fixation sollte mit einem Plattenfixateur erfolgen. Technik: Limitierter medialer Hautschnitt, Darstellen des medialen Kollateralbandes, distales Ablösen vom Periost. Einbringen eines Retraktors zum Schutz der posterioren Strukturen. Markieren der horizontalen Osteotomie mit zwei Bohrdrähten. Zielpunkt ist dabei die obere Begrenzung des proximalen Tibio-Fibulargelenks. Inkomplette Osteotomie der hinteren Zweidrittel der Tibia anhand der Führungsdrähte bis ca. 10 mm vor die laterale Kortikalis. Nun aufsteigende anteriore Osteotomie hinter der Tuberositas Tibiae, die Osteotomie endet posterior des Patellarsehnenansatzes. Öffnen der Osteotomie mit Flachmeißeln, die sequenziell in den Spalt eingebracht werden. Einbringen eines Spreizers direkt auf der posteromedialen Kortikalis, endgültige Justierung der Öffnung in Streckstellung unter Durchleuchtungskontrolle. Einschieben des Plattenfixateurs subkutan, Fixieren proximal mit winkelstabilen Schrauben. Vorspannen mit einer Zugschraube distal der Osteotomie, dann distale Fixation mit bi-/monokortikalen Schrauben. Nachbehandlung: Belastung schmerzadaptiert, Vollbelastung meist nach 4 bis 6 Wochen möglich. Implantatentfernung nur bei plattenassoziierten Beschwerden. Varisierende Osteotomie: bei Valgusdeformität der proximalen Tibia (konstitutionell oder posttraumatisch) kann eine varisierende Korrektur ebenfalls von medial durchgeführt werden. Eine passagere Lockerung des medialen Kollateralbandes ist klinisch meist unbedeutend. Zugang und Exposition sind identisch. Gemäß der Vorplanung wird der zu entnehmende Knochenkeil in den hinteren Zweidritteln der proximalen Tibia mittels Bohrdrähten markiert. Die zwei Osteotomien erfolgen innerhalb des von den Bohrdrähten gebildeteten Käfigs. Anteriore Osteotomie hinter der Tuberositas. Der Keil kann nun leicht entfernt werden. Die Flächen werden gereinigt und die Osteotomie wird in Streckstellung vorsichtig geschlossen. Nach Kontrolle der Korrektur Fixation mit dem subkutan eingebrachten Plattenfixateur, bevorzugt mit Kompression des Osteotomiespalts. Postoperativ kann Belastung schmerzadaptiert erlaubt werden, Vollbelastung meist nach 3 bis 4 Wochen.