Periprothetische proximale Tibiafrakturen
摘要
Periprothetische Frakturen des Kniegelenks an der Tibia sind seltene Ereignisse. Die Wahl der geeigneten Therapie fußt auf mehreren Säulen: sorgfältige Anamnese bezüglich vor dem Unfallereignis bestehender Beschwerden, zügige Aufarbeitung der operativen Vorgeschichte und einliegender Implantate, klinische Beurteilung der Weichteilverhältnisse und sorgfältige Bildgebungsanalyse, insbesondere hinsichtlich der Festigkeit der Prothese. Klinisch verbreitet ist die UCS-Klassifikation (V.4) mit den Typen A-F. Auch die Felix-Klassifikation findet häufig Verwendung, welche die Fraktur einteilt nach Lokalisation im Plateau (I), an den Schaft angrenzend (II), diaphysär und distal des Prothesenschafts (III) sowie eine Fraktur der Tuberositas tibiae (IV). Analog der Vorgehensweise an anderen Lokalisationen wird bei festem Implantat der Prothesenerhalt angestrebt mit entweder konservativer oder operativer Versorgung. Vor allem bei Felix I- und IV-Frakturen bieten sich Schraubenosteosynthesen an, bei Felix II einfache oder Doppelplattenosteosynthesen. Für distalere Felix III-Frakturen steht neben der Plattenversorgung die antegrade Nagelung als weichteilschonendes Verfahren zur Verfügung. Bei lockerer Prothese wird ein Komponentenwechsel zur neuen stabilen Verankerung des Implantats durchgeführt. Aufgrund der Seltenheit, der Materiallastigkeit sowie des operativen Schwierigkeitsgrads empfiehlt sich die Versorgung solch komplexer Frakturen in erfahrenen Händen an einem hierfür ausgewiesenen Zentrum.