Lagersysteme für Stückgut
摘要
Neben dem Fortbewegen der Güter, d. h. der Überbrückung von Raum (s. Kap. „Systemtechnik für die Stückgutförderung“ ), besteht die zweite originäre Aufgabe von Materialflusssystemen in der Überbrückung von Zeit. Die Richtlinie VDI 2411 definiert den Begriff LagernLagerung(s) als „jedes geplante LiegenLiegen, geplant des Arbeitsgegenstandes im Materialfluss“. Während der Lagerung verweilen die Güter über einen längeren Zeitraum am gleichen Platz. Bei kürzeren Verweilzeiten wie bei temporären Staus spricht man hingegen von „Pufferung“ oder „Speicherung“. PufferPuffer werden zur Kompensation von ungeplanten stochastischen Verweilzeiten der Güter im Materialfluss eingesetzt. Im Gegensatz dazu werden Güter in einem SpeicherSpeicher systematisch gestaut, z. B. um mehrere Güter zu einem Auftrag zusammenzufassen (s. Kap. „Kommissioniersysteme“ ) oder um bestimmte Reihenfolgen zu bilden (s. Kap. „Sortier- und Verteilsysteme für Stückgut“ ). Im produktionsnahen Umfeld werden Lager meist als Puffer konzipiert, die insbesondere zur Überbrückung von Produktions- oder Zulieferstörungen eingesetzt werden. Demgegenüber werden in klassischen LagerDistributions-Distributionslägern bzw. ErsatzteillägernLagerErsatzteil- längerfristige Bevorratungen vorgenommen – neben der Lagerung steht hierbei insbesondere die kundenbezogene KommissionierungKommissionierung(s) (s. Kap. „Kommissioniersysteme“ ) im Vordergrund. Eine Vielzahl unterschiedlicher technischer Lösungen von LagerbauartenLager-bauart steht für die Realisierung der o. g. Funktionen zur Verfügung. Die passende Auswahl hängt vom konkreten Anwendungsfall ab. Für eine strukturierte Systemauswahl und die Bestimmung einer für den konkreten Einsatzfall geeigneten Technik werden zunächst etablierte Klassifizierungsschemata eingeführt. Anhand der weit verbreiteten Einordnung nach Lagermitteln werden nachfolgend die wesentlichen heute im Einsatz befindlichen Lagertechnologien aufgezeigt. Mit dem anhaltenden Trend zu kleineren Lagereinheiten erfahren so genannte Kleinteilelager in den vergangenen Jahren ein besonderes Augenmerk und werden deshalb vertieft dargestellt. Kleinteilelager werden nach dem Automatisierungsgrad in manuelle, halbautomatisierte und voll automatisierte Kleinteilelager eingeteilt. Es werden Aufbau, Bestandteile und Funktion der automatischen Kleinteilelager sowie deren gängigsten Varianten der Handhabungsmaschinen beschrieben. Ferner wird die Materialflussleistung von Regalbediengeräten (RBG) mit verschiedenen Lastaufnahmemitteln und Dynamikparametern verglichen. Die Konstruktion des RBG wird im Detail behandelt. Abschließend wird ein Ausblick zum aktuellen Trend des Einsatzes Mobiler Roboter zur Lagerbedienung gegeben, was spezielle Anforderungen an die Flexibilität der Systeme genügen soll.