Wenn die Wut auf „die da oben“ früh anfängt
摘要
Rund um den Globus ist ein Erstarken populistischer und extremistischer Bewegungen zu verzeichnen (Wajner et al., 2024). In Zeiten multipler globale Krisen (z. B. Inflation, Pandemie, bewaffnete Konflikte, Migration und Klimawandel) wächst die Unzufriedenheit mit der Politik in vielen demokratischen Staaten und infolgedessen fühlen sich Wähler*innen zunehmend von populistischen Kandidat*innen oder sogenannten „Antisystem-Parteien“ angezogen. Diese definieren sich weniger durch konkrete politische Programme als vielmehr durch ihre Opposition zum politischen status quo (Foa & Mounk, 2016). Der Aufstieg solcher populistischen Bewegungen stellt eine der größten Herausforderungen für liberale pluralistische Demokratien dar (Mudde & Rovira Kaltwasser, 2017). Populistische Akteur*innen behindern häufig nicht nur eine konstruktive Politikgestaltung, sondern sie können liberale Demokratien auch nachhaltig schwächen, beispielsweise indem demokratische Institutionen zunehmend abgebaut und durch autoritäre Strukturen ersetzt werden (Mudde & Rovira Kaltwasser, 2017; Wajner et al., 2024).