Unter dem Titel „Der falsche Zauber der Wirklichkeit“ beklagte sich der Kunstwissenschaftler Wolfgang Ullrich am 12. Januar 2020 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung über eine neue „Reality-Kunst“. Dabei stellte er aktuelle aktivistische Kunstpraktiken einer Kunst aus dem „goldenen Zeitalter der Autonomie“ gegenüber. Während sich der Qualitätsmaßstab in diesem gelobten Zeitalter noch an kunstspezifischen „Kategorien wie Komposition, Faktur oder Originalität“ bemessen hätte, versuchten gegenwärtig immer mehr Künstler*innen ihren Arbeiten dadurch Legitimität und Wert zu „verleihen, dass sie sie mit Stoff aus der realen Welt aufladen“.

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Kunst und Realitätsgewissheit

  • Karen van den Berg

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Unter dem Titel „Der falsche Zauber der Wirklichkeit“ beklagte sich der Kunstwissenschaftler Wolfgang Ullrich am 12. Januar 2020 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung über eine neue „Reality-Kunst“. Dabei stellte er aktuelle aktivistische Kunstpraktiken einer Kunst aus dem „goldenen Zeitalter der Autonomie“ gegenüber. Während sich der Qualitätsmaßstab in diesem gelobten Zeitalter noch an kunstspezifischen „Kategorien wie Komposition, Faktur oder Originalität“ bemessen hätte, versuchten gegenwärtig immer mehr Künstler*innen ihren Arbeiten dadurch Legitimität und Wert zu „verleihen, dass sie sie mit Stoff aus der realen Welt aufladen“.