Sexualität
摘要
Sexualität und vor allem damit verbundene Gewaltakte werden in den Werken von Elias und Veza Canetti wiederholt thematisiert. Sexualität, sexuelle Nötigung, Vergewaltigung oder Missbrauch waren im frühen 20. Jahrhundert oftmals ein Tabu, wurden aber vielfach literarisch verarbeitet. Robert Musils Die Verwirrungen des Zöglings Törleß (1906), der im Internat mit brutaler Sexualität unter Mitschülern konfrontiert wird, ist nur eines von zahlreichen Beispielen. Gesellschaftlich war vieles geduldet, „juristisch gesehen besaß der Mann eine fast unumschränkte Herrschaft über seine Familie. Die betreffenden Paragraphen des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches vertrauten dem Ehemann nicht nur die Ernährung der Familie […] an, sondern sprachen ihm auch ein häusliches ‚Züchtigungsrecht‘ zu“ (Robertson 2002, 57). Hinzu kommen Diskussionen der Zeit, etwa in den Sexualstudien der Psychoanalytiker Sigmund Freud, Alfred Adler und Wilhelm Reich über die weibliche Hysterie, die Individualpsychologie oder die sexuelle Revolution sowie misogyne Thesen Otto Weiningers in Geschlecht und Charakter (Spiel 1987, 125–134).