„Essays aus den Jahren 1962–1974“ kündigt Elias Canetti 1975 in einer Vorbemerkung zu dem Band Das Gewissen der Worte an und erklärt ein Jahr später „Zur zweiten Auflage“, der ursprünglich fehlende Schluss sei jetzt mit „der Münchner Rede ‚Der Beruf des Dichters‘“ hinzugefügt (GdW 9–10). Canetti ist ein Schriftsteller mit starken Vorbehalten gegen jede Art von Literaturtheorie, auch eine explizite Poetik hat er nie entwickelt (s. Art. ‚Poetik‘). Dennoch ergibt sich eine eigene Haltung zur Literatur insgesamt aus Gesprächen, Essays und Aphorismen, aus Vor- und Nachworten, Laudationes auf befreundete Dichter oder Dankesreden zu erhaltenen Preisen – vom Preis der Stadt Wien (1966) über den Großen Österreichischen Staatspreis (1968), Georg-Büchner-Preis (1972), Franz-Nabl-Preis (1975), Nelly-Sachs-Preis (1975), Gottfried-Keller-Preis (1977), Johann-Peter-Hebel-Preis (1980) bis hin zum Nobelpreis für Literatur (1981). Alle diese Dankesreden finden sich in Bd. X der Werkausgabe (ARG) mit der einzigen Ausnahme von Georg Büchner (GdW 223–234; Tonaufnahme in Canetti 2005, CD2, Track 21). Diese beiden mit Registern versehenen Bände (ARG und GdW) sind neben den Aphorismen Über die Dichter (ÜD) und dem Verzeichnis von Hans Reiss (Reiss 2004) die wichtigsten Referenzen, wenn es um die Frage geht, auf welche Literaten sich Canetti konkret bezog.

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Das Gewissen der Worte

  • Alexander Košenina

摘要

„Essays aus den Jahren 1962–1974“ kündigt Elias Canetti 1975 in einer Vorbemerkung zu dem Band Das Gewissen der Worte an und erklärt ein Jahr später „Zur zweiten Auflage“, der ursprünglich fehlende Schluss sei jetzt mit „der Münchner Rede ‚Der Beruf des Dichters‘“ hinzugefügt (GdW 9–10). Canetti ist ein Schriftsteller mit starken Vorbehalten gegen jede Art von Literaturtheorie, auch eine explizite Poetik hat er nie entwickelt (s. Art. ‚Poetik‘). Dennoch ergibt sich eine eigene Haltung zur Literatur insgesamt aus Gesprächen, Essays und Aphorismen, aus Vor- und Nachworten, Laudationes auf befreundete Dichter oder Dankesreden zu erhaltenen Preisen – vom Preis der Stadt Wien (1966) über den Großen Österreichischen Staatspreis (1968), Georg-Büchner-Preis (1972), Franz-Nabl-Preis (1975), Nelly-Sachs-Preis (1975), Gottfried-Keller-Preis (1977), Johann-Peter-Hebel-Preis (1980) bis hin zum Nobelpreis für Literatur (1981). Alle diese Dankesreden finden sich in Bd. X der Werkausgabe (ARG) mit der einzigen Ausnahme von Georg Büchner (GdW 223–234; Tonaufnahme in Canetti 2005, CD2, Track 21). Diese beiden mit Registern versehenen Bände (ARG und GdW) sind neben den Aphorismen Über die Dichter (ÜD) und dem Verzeichnis von Hans Reiss (Reiss 2004) die wichtigsten Referenzen, wenn es um die Frage geht, auf welche Literaten sich Canetti konkret bezog.