Bis zur Publikation des Erzählzyklus Die Gelbe Straße im Jahre 1990 existierte Veza Canetti in der literarischen Welt nicht als Schriftstellerin. Erst lange nach ihrem Tod nahm Helmut Göbel ihre Spur in der Anthologie Dreißig neue Erzähler des neuen Deutschland im Berliner Malik-Verlag auf (1932), die eine biographische Notiz zur Autorin „Veza Magd“ enthielt (Göbel in: GS 173–185); darin ist auch von einem „Kaspar-Hauser-Roman“ die Rede, der nicht erhalten ist (ebd., 181). Nach und nach wurde deutlich, dass unter ihren Pseudonymen Veza Magd und Martina Murner zwischen Juni 1932 und November 1933 in der Wiener Arbeiter-Zeitung – dem neben der Neuen Freien Presse wichtigsten österreichischen Blatt der Zeit – insgesamt zehn Prosatexte erschienen (s. Kap.  46 ). Vier davon gehen in Die Gelbe Straße ein (Helduser 2022, 267), nur für das zweite (Der Oger) und vierte Kapitel (Der Tiger) finden sich Parallelen nicht hier, sondern in den Dramen gleichen Titels (Og und Tiger, in: F 72–149). Göbel berichtet, dass er in Zürich von Elias Canetti einen Karton mit Typoskripten erhielt, dem die Texte und auch „die Gesamtkomposition für ‚Die Gelbe Straße‘“ zu entnehmen war (Göbel 2002, 7).

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Gemeinsame Schreibwerkstatt

  • Alexander Košenina

摘要

Bis zur Publikation des Erzählzyklus Die Gelbe Straße im Jahre 1990 existierte Veza Canetti in der literarischen Welt nicht als Schriftstellerin. Erst lange nach ihrem Tod nahm Helmut Göbel ihre Spur in der Anthologie Dreißig neue Erzähler des neuen Deutschland im Berliner Malik-Verlag auf (1932), die eine biographische Notiz zur Autorin „Veza Magd“ enthielt (Göbel in: GS 173–185); darin ist auch von einem „Kaspar-Hauser-Roman“ die Rede, der nicht erhalten ist (ebd., 181). Nach und nach wurde deutlich, dass unter ihren Pseudonymen Veza Magd und Martina Murner zwischen Juni 1932 und November 1933 in der Wiener Arbeiter-Zeitung – dem neben der Neuen Freien Presse wichtigsten österreichischen Blatt der Zeit – insgesamt zehn Prosatexte erschienen (s. Kap.  46 ). Vier davon gehen in Die Gelbe Straße ein (Helduser 2022, 267), nur für das zweite (Der Oger) und vierte Kapitel (Der Tiger) finden sich Parallelen nicht hier, sondern in den Dramen gleichen Titels (Og und Tiger, in: F 72–149). Göbel berichtet, dass er in Zürich von Elias Canetti einen Karton mit Typoskripten erhielt, dem die Texte und auch „die Gesamtkomposition für ‚Die Gelbe Straße‘“ zu entnehmen war (Göbel 2002, 7).