Der Artikel Literaturkritik in der DDR zeigt die Ambivalenzen literarischer Kritik in einer reglementierten Öffentlichkeit. Ausgehend von den historischen Voraussetzungen nach Staatsgründung 1949 werden die literaturpolitischen und -theoretischen metakritischen Debatten nachgezeichnet, die die Etablierung einer Literaturkritik im engeren Sinne – in Tages- und Wochenzeitungen, in literarischen (Fach-)Zeitschriften – begleiten. Hier zeigt sich, dass literaturkritisch Tätige mehrheitlich in Doppel- und Mehrfachfunktionen auf dem literarischen Feld DDR agieren (als Schriftsteller*innen, Lektor*innen, Gutachter*innen, Funktionär*innen, Literaturwissenschaftler*innen eben auch als Kritiker*innen). Von einer Literaturkritik im weiteren Sinne muss DDR-spezifisch deshalb gesprochen werden, weil das staatliche Druckgenehmigungsverfahren elementare Funktionen der Institution Literaturkritik okkupiert.

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Literaturkritik in der DDR

  • Maria Reinhardt

摘要

Der Artikel Literaturkritik in der DDR zeigt die Ambivalenzen literarischer Kritik in einer reglementierten Öffentlichkeit. Ausgehend von den historischen Voraussetzungen nach Staatsgründung 1949 werden die literaturpolitischen und -theoretischen metakritischen Debatten nachgezeichnet, die die Etablierung einer Literaturkritik im engeren Sinne – in Tages- und Wochenzeitungen, in literarischen (Fach-)Zeitschriften – begleiten. Hier zeigt sich, dass literaturkritisch Tätige mehrheitlich in Doppel- und Mehrfachfunktionen auf dem literarischen Feld DDR agieren (als Schriftsteller*innen, Lektor*innen, Gutachter*innen, Funktionär*innen, Literaturwissenschaftler*innen eben auch als Kritiker*innen). Von einer Literaturkritik im weiteren Sinne muss DDR-spezifisch deshalb gesprochen werden, weil das staatliche Druckgenehmigungsverfahren elementare Funktionen der Institution Literaturkritik okkupiert.