Literaturkritik in der Zwischenkriegszeit – Weimarer Republik, Nationalsozialismus und Exil
摘要
In den zwei Jahrzehnten zwischen dem Ende des Ersten und dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs sind die Produktions- und Rezeptionsbedingungen der deutschsprachigen Literaturkritik in Demokratie, Diktatur und Exil einem tiefgreifenden Wandel unterworfen. Lässt sich die Kritik der Weimarer Republik durch die Schlagworte Pluralisierung und Beschleunigung, Politisierung und Fragmentierung der literarischen Öffentlichkeit charakterisieren, wird die publizistische Wertung von Literatur unter der nationalsozialistischen Diktatur zu einem Instrument der politischen Propaganda erklärt, die den möglichen Spielraum des literarischen Diskurses radikal einschränkt. Auch in der Emigration funktioniert Literaturkritik unter erschwerten Bedingungen, die sich aus den Limitierungen eines zwangsweise veränderten Marktes und seiner Publikumsstruktur ebenso ergeben wie aus der Frage nach den Maßstäben, die an die Bewertung von Literatur im Exil anzulegen sind.