Autorenporträts und Interviews sind gängige journalistische Stilformen literaturkritischer Berichterstattung. Und doch stellt sich die Frage, ob sie im Sinne einer ästhetisch bewertenden und auf diese Weise aufklärerisch wirkenden Kritik die Maßstäbe einer Rezension erfüllen. Viel eher sind beide Textsorten Subformen der Kritik. Denn durch ihre spezifische Kommunikationssituation schwindet die notwendige Distanz zwischen Kritiker und Autor und setzt einem unabhängigen Urteil auf diese Weise Grenzen. Porträts von und Interviews mit Autoren sind daher klassische Beschreibungsformate, die kaum ästhetische Urteile fällen und zur literarischen Kanonbildung beitragen könnten. Sie moderieren aber zwischen Werk beziehungsweise Autor und einer literarisch interessierten Öffentlichkeit. Die Bedeutung beider Darstellungsformen liegt vor diesem Hintergrund darin, im Umfeld sogenannter klassischer Rezensionen literaturästhetische Debatten anzustoßen und fortzusetzen.

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Interview und Autorenporträt

  • Lothar Schröder

摘要

Autorenporträts und Interviews sind gängige journalistische Stilformen literaturkritischer Berichterstattung. Und doch stellt sich die Frage, ob sie im Sinne einer ästhetisch bewertenden und auf diese Weise aufklärerisch wirkenden Kritik die Maßstäbe einer Rezension erfüllen. Viel eher sind beide Textsorten Subformen der Kritik. Denn durch ihre spezifische Kommunikationssituation schwindet die notwendige Distanz zwischen Kritiker und Autor und setzt einem unabhängigen Urteil auf diese Weise Grenzen. Porträts von und Interviews mit Autoren sind daher klassische Beschreibungsformate, die kaum ästhetische Urteile fällen und zur literarischen Kanonbildung beitragen könnten. Sie moderieren aber zwischen Werk beziehungsweise Autor und einer literarisch interessierten Öffentlichkeit. Die Bedeutung beider Darstellungsformen liegt vor diesem Hintergrund darin, im Umfeld sogenannter klassischer Rezensionen literaturästhetische Debatten anzustoßen und fortzusetzen.