Spekulative Methode
摘要
Whitehead beschreibt Process and Reality als „Entwurf einer spekulativen Philosophie“, deren „erste Aufgabe darin bestehen [muss] zu definieren, was ‚spekulative Philosophie‘ ist, und sie als eine Methode zu verteidigen, die relevante Erkenntnisse hervorbringt“ (PRd, 31/ PR, 3). Spekulative Philosophie zu betreiben war auch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts keine Selbstverständlichkeit. Daher gilt es für Whitehead spekulative Philosophie zunächst zu definieren und sie gegen ihre Kritiker zu verteidigen. Wird Spekulation gemeinhin mit einem Fundierungsanspruch der Philosophie, der Suche nach ersten Prinzipien jenseits der Erfahrung verbunden, so bestimmt Whitehead sie dagegen schlicht als Methode. Als solche nimmt sie eine herausragende Position in Whiteheads spekulativem Spätwerk ein: Sie eröffnet ein Verständnis dafür, was Metaphysik und Kosmologie zu betreiben für Whitehead bedeutete, und worin für ihn die Notwendigkeit für eine neue Prozessmetaphysik am Beginn des 20. Jahrhunderts lag. Gleichzeitig verortet die herausragende Stellung, die Whitehead der spekulativen Methode gibt – mit ihr muss angefangen werden, ihr kommt ein Primat zu –, sein Denken in der Tradition des amerikanischen Pragmatismus.