Science and the Modern World (1925)
摘要
Wissenschaft und moderne Welt war schon zur Zeit seiner Erstveröffentlichung ein großer Erfolg und bleibt bis heute Whiteheads meist verkauftes Werk. Es erschien im Oktober 1925, etwa ein Jahr nach seiner Migration in die Vereinigten Staaten, und ist die erste in einer Reihe von Veröffentlichungen, in denen er mit dem Entwurf seiner spekulativen Metaphysik beginnt (Lowe 1990, 164). Während er sich in den drei zentralen Schriften seiner späten Londoner Jahre einer Philosophie der Natur und der Wissenschaften widmete, in der metaphysische Überlegungen explizit ausklammert wurden, und sich primär epistemologisch der Frage der Naturerkenntnis widmete, reicht der theoretische Rahmen dieser Schaffensphase nicht mehr aus, um die grundlegenden Fragen von Entstehen, Vergehen und Wiederholung zu beantworten oder das Verhältnis von Möglichkeit und Wirklichkeit zu bestimmen. In den Londoner Schriften entwickelte Whitehead eine relationale Vorstellung von Natur, die aus einer Sukzession unwiederholbarer aber miteinander verbundener Geschehnisse besteht, in denen wiedererkennbare Objekte situiert sind. Whiteheads Kritik richtet sich hier gegen die wissenschaftliche Annahme einer passiven und einfachen Materie, die immer komplexere Gebilde hervorbringe. Dieser Vorstellung setzt er eine Theorie komplexer Naturereignisse entgegen, aus denen die als Abstraktionen entlarvten, einfachen Gebilde der Wissenschaften rekonstruiert werden können. In Wissenschaft und moderne Welt treten nun axiologische und teleologische Überlegungen hinzu. Kritisiert wird nicht nur die Passivität und Einfachheit von Materie, sondern auch ihre vermeintliche Wert- und Zweckfreiheit.