Kurz vor Whiteheads Ableben erscheint 1947 die erste Ausgabe der Essays in Science and Philosophy in den Vereinigten Staaten. Eine inhaltlich nahezu identische Ausgabe wird ein Jahr darauf in Großbritannien herausgegeben (vgl. Lowe 1962, 14). Auf vier Abschnitte verteilt sind darin dreiundzwanzig Texte versammelt, deren Erstveröffentlichung zwischen 1910 und 1941 in diversen Zeitschriften, darunter Atlantic Monthly, Mind und Philosophical Review, in der Encyclopedia Britannica oder auch in Sammelbänden erfolgt war (ESP, 343–344). Den beiden im Titel der Sammelausgabe genannten Disziplinen – Philosophie und science, d. h. hier Mathematik und Physik – entsprechen die Teile II und IV, die zusammen etwa die Hälfte der Texte umfassen. Teil I dagegen enthält vorwiegend autobiographisches Material, während Teil III Erziehung und (Aus-)Bildung gewidmet ist. Nach welchen Kriterien und durch wen die Auswahl der Texte vorgenommen wurde, ist unklar (Grattan-Guinness 2002, 462). Eine kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs beigefügte Anmerkung zu einem der Aufsätze deutet auf die Beteiligung Whiteheads hin (ESP, 53). Andererseits erscheint der wichtige Aufsatz „Indication, Classes, Numbers, Validation“ von 1934 mit den zahlreichen, die Lektüre stark beeinträchtigenden Fehlern der Erstveröffentlichung, unter gänzlicher Auslassung der von Whitehead nachgeschickten Corrigenda (Grattan-Guinness 2002, 455 & 462). Gesamthaft betrachtet ist weder ein umfassender inhaltlicher noch ein relevanter formaler Zusammenhang erkennbar. Selbst die alleinige Autorschaft Whiteheads ist nicht überall gegeben. Bei dem enzyklopädischen (Teil-)Eintrag über nichteuklidische Geometrie war Bertrand Russell der Autor einer ersten Fassung, die Whiteheads anschließender Überarbeitung zugrunde lag (ESP, 312; Grattan-Guinness 2000, 413).

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Essays in Science and Philosophy (1947)

  • Romain Büchi

摘要

Kurz vor Whiteheads Ableben erscheint 1947 die erste Ausgabe der Essays in Science and Philosophy in den Vereinigten Staaten. Eine inhaltlich nahezu identische Ausgabe wird ein Jahr darauf in Großbritannien herausgegeben (vgl. Lowe 1962, 14). Auf vier Abschnitte verteilt sind darin dreiundzwanzig Texte versammelt, deren Erstveröffentlichung zwischen 1910 und 1941 in diversen Zeitschriften, darunter Atlantic Monthly, Mind und Philosophical Review, in der Encyclopedia Britannica oder auch in Sammelbänden erfolgt war (ESP, 343–344). Den beiden im Titel der Sammelausgabe genannten Disziplinen – Philosophie und science, d. h. hier Mathematik und Physik – entsprechen die Teile II und IV, die zusammen etwa die Hälfte der Texte umfassen. Teil I dagegen enthält vorwiegend autobiographisches Material, während Teil III Erziehung und (Aus-)Bildung gewidmet ist. Nach welchen Kriterien und durch wen die Auswahl der Texte vorgenommen wurde, ist unklar (Grattan-Guinness 2002, 462). Eine kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs beigefügte Anmerkung zu einem der Aufsätze deutet auf die Beteiligung Whiteheads hin (ESP, 53). Andererseits erscheint der wichtige Aufsatz „Indication, Classes, Numbers, Validation“ von 1934 mit den zahlreichen, die Lektüre stark beeinträchtigenden Fehlern der Erstveröffentlichung, unter gänzlicher Auslassung der von Whitehead nachgeschickten Corrigenda (Grattan-Guinness 2002, 455 & 462). Gesamthaft betrachtet ist weder ein umfassender inhaltlicher noch ein relevanter formaler Zusammenhang erkennbar. Selbst die alleinige Autorschaft Whiteheads ist nicht überall gegeben. Bei dem enzyklopädischen (Teil-)Eintrag über nichteuklidische Geometrie war Bertrand Russell der Autor einer ersten Fassung, die Whiteheads anschließender Überarbeitung zugrunde lag (ESP, 312; Grattan-Guinness 2000, 413).