Die Hesse-Rezeption in den USA
摘要
Obwohl Hesse 1946 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet worden war, blieb die Rezeption in den Vereinigten Staaten vorerst verhalten. Die amerikanische Presse ignorierte Hesse weitgehend oder befand seine Texte als nicht lesenswert oder „unzugänglich“ (Koester 1977, 156). Es lagen zwar bereits einige englische Übersetzungen seiner Werke vor, doch diese waren meist nicht autorisiert und unzulänglich. Bis 1949 erschienen in den USA nur fünf Bücher Hesses, nämlich Gertrud (1915), Demian (1923), Der Steppenwolf (1929), Narziß und Goldmund (1932) und Das Glasperlenspiel (1949) (vgl. Bucher/Zimmermann 2016, 13). Siegfried Unseld, der spätere Verleger des Suhrkamp Verlags, konnte 1955 aufgrund der armseligen englischen Übersetzung „nur mit Anstrengung herausfinden, daß es sich“ bei der amerikanischen Ausgabe des Glasperlenspiels „um einen Text von Hesse handelte“ (Unseld 1977, 448).