Kindheit und Jugend unter dem Einfluss des gelehrten Großvaters Hermann Gundert und der Missionsarbeit der Eltern, Marie und Johannes Hesse, diese dem HERRN gewidmeten Lebensgemeinschaften werden Hermann Hesses Liebesbeziehungen sowie die Gründung und Gestaltung einer eigenen Familie nachhaltig beeinflussen. Ein früh geprägtes Bild findet sich in Hinterlassene Schriften und Gedichte von Hermann Lauscher. Herausgegeben von H. Hesse: „Ich sehe die ganze hohe, magere Gestalt meines Vaters aufrecht mit zurückgelegtem Haupt einer untergehenden Sonne entgegengehen, den Filzhut in der Linken tragend. An ihn ist meine Mutter sanft im langsamen Gehen gelehnt, kleiner und kräftiger, mit einem weißen Tuch auf den Schultern“ (1, 229). Die Eltern, die ihn, das aufsässige „Hermännle“, die zwei Schwestern und den jüngeren Bruder in Liebe und Gottesfurcht aufziehen, jedoch seine Vergehen unnachsichtig strafen, erinnert der junge Buchhandlungsgehilfe in seiner „kleinen Schrift, die ich Ende 1900 in Basel erscheinen ließ und in der ich pseudonym über meine damals zu einer Krise gediehenen Jünglingsträume abrechnete“ (1, 222). Diese knüpfen sich an erste, teils stürmisch, teils verborgen-sehnsuchtsvoll erlebte Begegnungen mit Eugenie Kolb, Julie Hellmann und Elisabeth La Roche.

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Liebesbeziehungen und Familiensituation

  • Bärbel Reetz

摘要

Kindheit und Jugend unter dem Einfluss des gelehrten Großvaters Hermann Gundert und der Missionsarbeit der Eltern, Marie und Johannes Hesse, diese dem HERRN gewidmeten Lebensgemeinschaften werden Hermann Hesses Liebesbeziehungen sowie die Gründung und Gestaltung einer eigenen Familie nachhaltig beeinflussen. Ein früh geprägtes Bild findet sich in Hinterlassene Schriften und Gedichte von Hermann Lauscher. Herausgegeben von H. Hesse: „Ich sehe die ganze hohe, magere Gestalt meines Vaters aufrecht mit zurückgelegtem Haupt einer untergehenden Sonne entgegengehen, den Filzhut in der Linken tragend. An ihn ist meine Mutter sanft im langsamen Gehen gelehnt, kleiner und kräftiger, mit einem weißen Tuch auf den Schultern“ (1, 229). Die Eltern, die ihn, das aufsässige „Hermännle“, die zwei Schwestern und den jüngeren Bruder in Liebe und Gottesfurcht aufziehen, jedoch seine Vergehen unnachsichtig strafen, erinnert der junge Buchhandlungsgehilfe in seiner „kleinen Schrift, die ich Ende 1900 in Basel erscheinen ließ und in der ich pseudonym über meine damals zu einer Krise gediehenen Jünglingsträume abrechnete“ (1, 222). Diese knüpfen sich an erste, teils stürmisch, teils verborgen-sehnsuchtsvoll erlebte Begegnungen mit Eugenie Kolb, Julie Hellmann und Elisabeth La Roche.