Als der 14-jährige Hermann Hesse im theologischen Seminar von Maulbronn Bleistiftzeichnungen zur Geschichte Roms und der Helden aus den Romanen von Walter Scott und Charles Dickens (den Ritter Quentin Durward, die Figuren Oliver Twist und David Copperfield) anfertigte und zaghaft kolorierte, war kaum abzusehen, wo dieser Darstellungsdrang einmal enden würde. Immerhin lässt sich bereits an diesen frühen Illustrationsversuchen erkennen, dass die figürliche Wiedergabe von Lebewesen und deren Physiognomie auch künftig nicht zu seinen Stärken zählen würde. Fast alle männlichen Porträts versah er stereotyp mit Spitz- und Schnurrbärten. Ungleich mehr Beifall als für die bildnerischen Fertigkeiten fand er bereits in frühester Schulzeit für seine schriftlichen Ausdrucksversuche, mit Aufsätzen, die so anschaulich und einfallsreich waren, dass seine Lehrer sie den Mitschülern als mustergültig vorgelesen haben. Kein Wunder also, dass er künftig größeren Ehrgeiz auf seine epische Begabung als auf die zeichnerische legte, gleichwohl aber jahrelang davon träumte, dereinst auch auf diesem Gebiet einmal Ansehnliches zustande bringen zu können.

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Auch als Maler ein Dichter

  • Volker Michels

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Als der 14-jährige Hermann Hesse im theologischen Seminar von Maulbronn Bleistiftzeichnungen zur Geschichte Roms und der Helden aus den Romanen von Walter Scott und Charles Dickens (den Ritter Quentin Durward, die Figuren Oliver Twist und David Copperfield) anfertigte und zaghaft kolorierte, war kaum abzusehen, wo dieser Darstellungsdrang einmal enden würde. Immerhin lässt sich bereits an diesen frühen Illustrationsversuchen erkennen, dass die figürliche Wiedergabe von Lebewesen und deren Physiognomie auch künftig nicht zu seinen Stärken zählen würde. Fast alle männlichen Porträts versah er stereotyp mit Spitz- und Schnurrbärten. Ungleich mehr Beifall als für die bildnerischen Fertigkeiten fand er bereits in frühester Schulzeit für seine schriftlichen Ausdrucksversuche, mit Aufsätzen, die so anschaulich und einfallsreich waren, dass seine Lehrer sie den Mitschülern als mustergültig vorgelesen haben. Kein Wunder also, dass er künftig größeren Ehrgeiz auf seine epische Begabung als auf die zeichnerische legte, gleichwohl aber jahrelang davon träumte, dereinst auch auf diesem Gebiet einmal Ansehnliches zustande bringen zu können.