Die Morgenlandfahrt (1932)
摘要
Bereits einige Monate nach dem Abschluss der Arbeit an Narziß und Goldmund begann Hermann Hesse in der zweiten Hälfte des Jahres 1929 in Montagnola mit der Niederschrift der Morgenlandfahrt, die er jedoch erst im April 1931 in Zürich abschließen konnte. Zeugnisse, welche die Entstehungsgeschichte dokumentieren, liegen nicht vor. Allerdings spiegeln sich in den Briefwechseln des Schriftstellers die Phasen der Druckgeschichte. So sandte Hesse die Erzählung – noch vor dem Vorabdruck des Werkes, der im Juli und September desselben Jahres in der von Martin Bodmer und Hubert Steiner herausgegebenen Zweimonatsschrift Corona erfolgte – an Alice Leuthold. Die positive Reaktion der Freundin kommentierte er im Juni des Jahres: „Es war mir lieb zu hören, daß du die ‚Morgenlandfahrt‘ jetzt gelesen hast, und es ist mir nicht bloß lieb zu sehen, daß die Erzählung dir etwas gegeben hat; nein, dein Urteil darüber ist mir wichtig, denn ich habe manchmal mich gefragt, ob ich in dieser Dichtung nicht ein wenig allzu persönlich war und allzuviel ganz Privates mit hineingesteckt habe“ (Juni 1931; B 4, 483). Zu dem wohlwollenden Urteil, zu dem Gottfried Bermann Fischer gelangt war, vermerkt Hesse: „Zum Glück hat auch Bermann, Samuel Fischers Schwiegersohn und Nachfolger, die Erzählung mit sehr viel Verständnis gelesen und hat Lust, sie als ein eigenes Bändchen zu bringen“ (Hermann Hesse an Heinrich Wiegand, 13.11.1931; B 4, 502). Der Druck des „eigene[n] Bändchen[s]“, dessen Einband und Umschlag von Alfred Kubin gestaltet wurde, erfolgte im Februar 1932; zur Frühjahrsmesse desselben Jahres lieferte der S. Fischer Verlag Die Morgenlandfahrt aus.