Narziß und Goldmund (1930)
摘要
Die Erzählung Narziß und Goldmund, die heute in der Forschung eher ein Schattendasein fristet, war zu Hesses Lebzeiten sein erfolgreichstes Buch und ist inzwischen in mehr als 30 Sprachen übersetzt worden. Sie erschien zunächst von Oktober 1929 bis April 1930 in sieben Folgen in der Neuen Rundschau und wurde im Juli 1930 als Buch veröffentlicht (vgl. Below 2012, 140). Hesse hatte sich bereits während seiner abschließenden Arbeiten am Steppenwolf mit den ersten Ideen für den Roman befasst und arbeitete zwischen April 1927 und Januar 1929 an dem Manuskript. Der Stoff geht auf das um die Jahrhundertwende entstandene Fragment Berthold zurück, das ebenfalls von einem Klosterschüler und seinem lebenszugewandten Freund erzählt (vgl. Michels 2015, 22). Obwohl die Handlung im Mittelalter zur Zeit der Pestepidemie angesiedelt ist, wurde Narziß und Goldmund ab 1941 in Deutschland verboten – unter anderem wegen der Darstellung mittelalterlicher Judenpogrome, die Hesse nicht aus dem Buch zu streichen gewillt war. Erst ab 1948 war der Roman im neu gegründeten Suhrkamp-Verlag auch in deutschen Buchhandlungen wieder erhältlich (vgl. Below 2012, 141).