Roßhalde (1914)
摘要
Roßhalde (3, 5–142) ist ein stark biographisch grundierter Ehe- und Künstlerroman, den Hermann Hesse am 10.7.1912 in Gaienhofen begonnen, während eines Kuraufenthalts bei Albert Fraenkel in Badenweiler fortgesetzt und im Januar 1913 in Bern beendet hat, nachdem er im September 1912 mit seiner Familie in das Landhaus des soeben verstorbenen Malers Albert Welti am Melchenbühlweg 26 umgezogen war (vgl. Michels; 3, 481). Mit dem Ortswechsel verband sich für Hesse die Hoffnung, nach dem abgeschiedenen Dasein am Bodensee wieder mehr am gesellschaftlichen Leben einer Stadt teilnehmen zu können, er sollte auch seine musikalische, aus einer angesehenen Basler Gelehrtenfamilie stammende Frau Maria Bernoulli wieder stärker mit ihrer Schweizer Familie verbinden (vgl. Schwilk 2012, 169). Doch dieser Versuch, die schon erstarrte Ehe zu retten, kam zu spät. Auch die im Rechtfertigungsbrief an den Vater vom 16. März 1914 ausgedrückte Hoffnung, mit dem Problem der Künstlerehe „im Leben anders fertig zu werden“ (B 2, 388) als in der Fiktion, sollte sich als trügerisch erweisen. Im Frühjahr 1919 kam es nach einem Zusammenbruch Mias, der einen Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik nötig machte und Hesse veranlasste, seine drei Söhne in Pflegefamilien unterzubringen, zur Trennung. Allein im leeren Haus schreibt er die Erzählung Kinderseele (1919), in der er einen traumatischen Kindheitskonflikt mit seinem strengen Vater aufgrund eines Diebstahls von Feigen schildert. Das Mitgefühl, das ihm im Umgang mit den eigenen Kindern fehlt, für das Kind in sich bringt er es auf. Zur Scheidung von Mia kam es erst 1923 auf Druck des Vaters von Ruth Wenger, die Hesse 1924 heiratete.