Der 1923 entstandene, den autobiographischen Schriften zugerechnete Text Kurgast ist unter dem Titel Psychologia Balnearia oder Glossen eines Badener Kurgastes erstmals 1924 in Montagnola als ein limitierter, dem Freundeskreis vorbehaltener Privatdruck erschienen. Die positive Resonanz bewog den Autor, seine ursprünglichen Bedenken gegen eine Publikation aufgebend, das kleine Werk unter dem in späteren Ausgaben beibehaltenen Titel Kurgast 1925 seinem Verleger S. Fischer und damit der literarischen Öffentlichkeit anzuvertrauen. In dieser von essayistischen Reflexionen durchsetzten Erzählung schildert Hermann Hesse den ersten in einer langen Reihe von Heilaufenthalten in dem damals renommierten Aargauer Bade- und Kurort Baden bei Zürich, eine fünfwöchige Regenerationsbehandlung, die er im Mai und Juni 1923 im Hotel Verenahof verbrachte. Im Tal der Limmat gelegen, bildete das Badener Bäderquartier am Ende des 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein prominentes und florierendes Ensemble von Hotel- und Kureinrichtungen, die in ihren Kellergewölben das aus mehreren Einzelquellen strömende lokale Thermalwasser eingefasst hatten und zur Anwendung in den jeweils mit einem eigenen Heißwasser-Becken ausgestatteten Badezellen vorhielten. Später geriet diese Art des Heilbadens etwas außer Mode und so zeigt sich die Zahl der noch aktiven Bade- und Hoteleinrichtungen dort stark rückläufig; nur noch mit gewisser Phantasie ist deshalb jener lebhafte Kurbetrieb und Gästeverkehr vorstellbar, wie ihn der „Kurgast“ Hesse in seinem liebenswürdig-ironischen, dem genius loci verpflichteten Büchlein beschreibt.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Kurgast (1925)

  • Alexander Honold

摘要

Der 1923 entstandene, den autobiographischen Schriften zugerechnete Text Kurgast ist unter dem Titel Psychologia Balnearia oder Glossen eines Badener Kurgastes erstmals 1924 in Montagnola als ein limitierter, dem Freundeskreis vorbehaltener Privatdruck erschienen. Die positive Resonanz bewog den Autor, seine ursprünglichen Bedenken gegen eine Publikation aufgebend, das kleine Werk unter dem in späteren Ausgaben beibehaltenen Titel Kurgast 1925 seinem Verleger S. Fischer und damit der literarischen Öffentlichkeit anzuvertrauen. In dieser von essayistischen Reflexionen durchsetzten Erzählung schildert Hermann Hesse den ersten in einer langen Reihe von Heilaufenthalten in dem damals renommierten Aargauer Bade- und Kurort Baden bei Zürich, eine fünfwöchige Regenerationsbehandlung, die er im Mai und Juni 1923 im Hotel Verenahof verbrachte. Im Tal der Limmat gelegen, bildete das Badener Bäderquartier am Ende des 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein prominentes und florierendes Ensemble von Hotel- und Kureinrichtungen, die in ihren Kellergewölben das aus mehreren Einzelquellen strömende lokale Thermalwasser eingefasst hatten und zur Anwendung in den jeweils mit einem eigenen Heißwasser-Becken ausgestatteten Badezellen vorhielten. Später geriet diese Art des Heilbadens etwas außer Mode und so zeigt sich die Zahl der noch aktiven Bade- und Hoteleinrichtungen dort stark rückläufig; nur noch mit gewisser Phantasie ist deshalb jener lebhafte Kurbetrieb und Gästeverkehr vorstellbar, wie ihn der „Kurgast“ Hesse in seinem liebenswürdig-ironischen, dem genius loci verpflichteten Büchlein beschreibt.