Musiktheorie: Wissenschaftstheoretische Fundierung – Kognition – Computation
摘要
Dieser Beitrag entwirft ein Bild von Musikanalyse und Theoriebildung im Spannungsfeld musiktheoretischer, psychologischer, korpusbasierter und computationaler Forschungsansätze. Das Konzept der Kompetenz und des idealisierten Hörens vermittelt zwischen musikpsychologischen und theoretischen Ansätzen. Musikanalyse ist per se auch empirischer Natur und bedarf daher der Verwendung quantitativer Methoden zur Validierung ihrer Hypothesen. Weiterhin werden zwei Verständnisweisen wissenschaftlicher Erklärung skizziert: erstens das Theorem von Bayes, zweitens der Syllogismus von Hempel und Oppenheim; beide leisten eine wissenschaftstheoretische Fundierung von Musikanalyse und -theorie. Der Beitrag schließt mit einer Explikation von Musiktheorie als Computation und plädiert für eine musiktheoretische Praxis, die sich im Interesse des wissenschaftlichen Fortschritts um Standardisierung bemüht.