Transformational Theory und Neo-Riemannian Theory
摘要
Das vorliegende Kapitel präsentiert eine Einführung in die Transformational Theory, einen auf David Lewin zurückgehenden Ableger der nordamerikanischen Musiktheorie. Die Transformational Theory (TT) stellt seit den 1980er-Jahren einen der bedeutendsten Ansätze systematischer Harmonielehre dar, deren systematische Grundlagen aus der mathematischen Gruppentheorie stammen. Die theoretischen und ästhetischen Paradigmen der TT und der eng damit verwandten Neo-Riemannian Theory (NRT) bieten Alternativen zum dualistischen und auf die Tonika ausgerichteten Prinzip traditioneller Harmonielehren des 19. Jahrhunderts. In kritischer Auseinandersetzung mit den historischen Vorbildern arbeiten TT und NRT an neuen Modellen des Hörens und der sinnlichen Vorstellung harmonischer Phänomene, wobei durch verschiedene Formen von Symmetrie kartografierte, mehrdimensionale und bewegte grafische Darstellungsmodelle, die zum Teil zur Erschließung post-tonaler Musik entwickelt wurden, eine wesentliche Rolle im Prozess der Theoriebildung spielen. Das Kapitel führt in die konzeptionellen Grundlagen ein und exemplifiziert sie anhand von analytischen Diskussionen einzelner Abschnitte aus Schuberts »Unvollendeter« Sinfonie.