Evolution des Alterns
摘要
Altern hat sich trotz der potenziellen Unsterblichkeit früher Lebensformen evolutionär durchgesetzt, weil es sich in der Lebensfitnessbilanz ausgezahlt hat, in jungen Jahren vital zu sein, auch wenn dies durch antagonistische Gen-Effekte mit Nachteilen im Alter verbunden ist. Wegen des unvermeidbaren Risikos der extrinsischen Mortalität werden die Nachteile des Alterns häufig nicht manifest und bleiben selektionsunwirksam, während frühe Vorteile fitnesssteigernd zu Buche schlagen. Im zwischenartlichen Vergleich ist das Ausmaß der Lebensspanne als evolutionäre Anpassung an das je vorherrschende externe, stochastisch auftretende Sterberisiko („Katastrophentod“) zu verstehen. Es spiegelt also die ökologisch gebahnte arttypisch unterschiedliche Diskontierung der Zukunft. Die post-generative Lebensspanne der Menschen ist Produkt der sozialen Evolution. Mit der Entstehung von generationenübergreifenden Familien entstehen Gelegenheiten für Transferleistungen an die Folgegenerationen, die auch dann noch die Lebensfitness zu steigern vermögen, wenn im fortgeschrittenen Alter keine Kinder mehr gezeugt werden können. Solange ältere Menschen mehr Ressourcen erwirtschaften als sie verbrauchen, können sie die Überschüsse in ihre erwachsenen Kinder und deren Fortpflanzung investieren. Das gilt sinngemäß auch für immaterielle Beiträge zum Lebenserfolg der nachfolgenden Generation, seien es Hilfe-Leistungen in der Haushaltsführung, besonders auch in der Kinderversorgung oder die Bereitstellung eines unverzichtbaren Wissens zur Meisterung von Krisensituationen der verschiedensten Art. Das modale Sterbealter von naturnahen Wildbeutern liegt bei rund 70 Jahren. Dieses Datum markiert das Zeitfenster, in dem die evolutionäre Kosten/Nutzen-Bilanz eines individuellen Lebens langsam aber unausweichlich negativ zu werden beginnt.