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Blick

  • Volker Mergenthaler

摘要

»Zu dem Bilde S. 452 und 453«, das 1894 dem siebenundzwanzigsten Heft der Gartenlaube beigegeben ist, liefert die Redaktion in der Rubrik »Blätter und Blüten« folgende Erklärung: Zu sehen sei auf der Reproduktion des auf 1892 datierten Gemäldes von Adolph Menzel eine Reiseszene: »[d]as einfache Motiv einer ›Fahrt durch die schöne Natur‹« (Gartenlaube 1894, 468). Betrachtet man allerdings das Bild, so entzieht sich die Natur dem Blick der Betrachterinnen und Betrachter; dargestellt ist nämlich ein Interieur: ein gehoben ausgestattetes Eisenbahnabteil mit einigen Reisenden, von denen die Mehrzahl mit der visuellen Aneignung des auf dem Bild selbst gar nicht Sichtbaren beschäftigt ist. Ihre Blicke in den bereisten Naturraum sind mehrfach vermittelt: erstens durch die Fenster, die die Betrachtenden vom Betrachteten räumlich trennen, die potentiell unbegrenzte Natur einrahmen, vergegenständlichen und zur Landschaft strukturieren; zweitens durch handliche optische Prothesen – gezeigt sind ein Lorgnon, ein Zwicker, eine Brille, ein Opernglas und (ein aufgeklappter Transportköcher verrät es) ein Fernglas –; drittens durch das Medium der Reiseliteratur, vertreten durch drei (offensichtlich für diejenigen, die das farbige Gemälde anstelle der Reproduktion in Graustufen vor Augen haben) rote, Sehenswürdigkeiten aufzählende und beschreibende Bücher, die die Gartenlaube wie selbstverständlich als »Bädeker« (ebd.) identifiziert.