Flüsse
摘要
Den Fluss als Topos der Literatur zeichnet sich vor allem durch zwei Dinge aus: er ist ständig in Bewegung und er fungiert als ›natürliche‹ Grenze. Das ist für das literarische Schreiben besonders produktiv, weil es sich nicht nur auf die Topographie des Beschriebenen, sondern auch auf die ›fließenden‹ Modi des Schreibens selbst auswirkt (vgl. Schmitz-Emans 2008). Von der Quelle bis zur Mündung besteht eine Verbindung, die all das, woran der Fluss vorbeifließt, zugleich in Beziehung setzt und potenziell trennt (vgl. Pestell 2020). Menschen müssen sich zu dieser Bewegung verhalten. Das geschieht einerseits durch Beobachtung des Flusses und die Arten und Weisen, wie seine Reise Landschaften formt, bzw. er vom Gelände geformt wird. Andererseits verhalten sich Menschen zu Flüssen, indem sie sich selbst mit oder gegen den Fluss bewegen, also entweder auf ihm oder an ihm entlang oder über den Fluss hinweg, indem sie ihn queren.