(Post-)dramatische Schreibverfahren
摘要
Name und Werk der Autorin Elfriede Jelinek gelten heute dem Feuilleton ebenso wie weiten Teilen der Forschung als Inbegriff postdramatischen Schreibens. Doch zeichnen sich Jelineks Texte für das Theater durch eine Formenvielfalt aus, die sich nicht ohne weiteres auf einen Begriff bringen lässt. Diese Vielfalt speist sich aus der profunden Kenntnis der dramatischen Tradition und der Auseinandersetzung mit dem Theater als Institution, aus einem literaturtheoretisch gesättigten Sprach- und Textverständnis (Autorschaft, Intertextualität, Polyphonie) sowie der Selbstreflexion als Autorin, die nachdrücklich die Bedingungen der Produktion und Rezeption ihrer Texte thematisiert und in ihrem mehrstimmigen Schreiben verarbeitet. Jelineks programmatische Ansage »Ich will kein Theater. Ich will ein anderes Theater« (Roeder, S. 143) aus dem Jahr 1989 hat ihre Gültigkeit bis heute nicht verloren.