Narrative Strategien
摘要
Dass eine Autorin, deren Texte Demonstrationen von Diskursen sind, das plotting ihrer Geschichten nicht zur Hauptsache macht, scheint auf der Hand zu liegen. Mit den konventionellen narrativen Instanzen geht Jelinek offenbar nur mehr ironisch um: Die epische »Stimme der Erzählung« klingt bei ihr schrill. Die klassische Leseranrede verwandelt sich in satirische Appelle: »Für Ihr Geld können Sie hier nicht auch noch Naturschilderungen erwarten!« (LI, S. 81) Verschwindet schon »der Erzähler« in ihrer Prosa hinter einer Montage von »Abfällen« trivialer und ideologisch kompromittierter Rede, so wird auch eine konventionelle lineare Erzählstruktur ständig unterbrochen: Ein teleologisch gerichteter temporaler Verlauf kommt für Texte nicht mehr infrage, die in »Zeitschleife[n]« (KI, S. 160) angelegt sind, die sich durch »Wurmlöcher zwischen Raum und Zeit« (NE 1, 14) bewegen.