Patriarchale Strukturen
摘要
Für die Marxistin und Feministin Jelinek steht fest: In unserer Gesellschaft fußt die Macht auf Geld, sie ist determiniert durch Besitzverhältnisse, die Menschheit ist in Herrscher und Unterdrückte geteilt, während die der Macht unentbehrliche symbolische Dimension durch den Phallus und durch das Gesetz des Vaters bestimmt ist. Diese kulturelle, symbolische Ordnung hat zur Folge, dass selbst im Falle einer Beseitigung der ökonomischen Ungleichheit, auch der Ungleichheit zwischen Männern und Frauen, »die tiefe Kluft zwischen den Geschlechtern, die eingefahrenen Gleise der Männerherrschaft und des Phallozentrismus nicht wie von Zauberhand bewegt von selber fallen werden beziehungsweise gefallen sind [in den sozialistischen Ländern; Anm. d. Verf.]. Das Patriarchat behält seine normenbildende Funktion.« (Jelinek 1978, S. 78; vgl. auch das Interview mit Roscher, Jahre später: »[...] die Gleichwertigkeit der Geschlechter wird nicht automatisch hergestellt, das bedarf der ständigen Durchsetzung« (Roscher 1991, S. 50)) Aus diesem Grund sollte auch die KPÖ die neue Frauenbewegung nicht als ein Beispiel von »bürgerlichen Sektiererinnen« ins Abseits drängen, so schreibt Jelinek im Jahre 1978, sondern die nötige Geduld aufbringen, um die Bewegung als »Bündnispartner« zu gewinnen, »haben doch die Frauen seit Jahrtausenden dieselbe Geduld mit einer Welt der männlichen Herrschaft und der männlichen Normen aufgebracht« (Jelinek 1978, S. 79).