Essayistische Texte
摘要
Als hochgradig intertextuelle und interdiskursive kulturkritische Äußerungen und Reflexionstexte schlechthin bedienen sich Essays besonderer ästhetischer Verfahrensweisen, die in einer offenen, systemfernen, subjektiv gefärbten Form, in der Art eines »Spaziergangs« durch verschiedene Diskursfelder ihr kritisch-subversives Potential entwickeln und offenlegen (vgl. Jander 2008, S. 16–41; Parr 2006). Kultur und gesellschaftskritischer Impetus, die Tendenz zur Subversion des Bestehenden, eigenständige Perspektivierung von diskursiven Elementen und Phänomenen, ein dialektisches Verhältnis von wissenschaftlichen und poetischen Diskursen, dynamischer, prozessualer Charakter und ein hoher Grad an Selbstreflexivität gehören zu den konstitutiven Attributen der unter der Gattung Essay zu subsumierenden Texte und kennzeichnen auch Elfriede Jelineks umfangreiches essayistisches Werk, das mittlerweile über 800 Texte umfasst. Eine deutliche Abgrenzung der essayistischen Texte von der fiktionalen Literatur erweist sich bei Jelinek allerdings als problematisch, da die genannten Eigenschaften weitgehend auch für die fiktiven Texte der Schriftstellerin charakteristisch sind.