Kompositionen, Texte für Kompositionen, Libretti
摘要
Elfriede Jelineks Bezüge zur Musik sind vielfältig. Die Auffassung, dass die Texte der Autorin musikalischen Prinzipien verpflichtet und im Eigentlichen als Sprachpartituren zu klassifizieren seien, hat auch insofern die Schwedische Akademie beeinflusst, als sie den Literaturnobelpreis an Jelinek mit dem »musikalischen Fluß von Stimmen und Gegenstimmen« begründete, den es in Jelineks »Romanen und Dramen« (Die schwedische Akademie 2005, S. 19) gäbe. Scheint die Übertragbarkeit musikalischer Begriffe auf die Literatur auf den ersten Blick fragwürdig – es handelt sich um zwei aufeinander bezogene, aber nicht gleichzusetzende Medien -, so wird der Ansatz, das »Musikalische« in Jelineks Werken aufzuspüren, insofern auch produktiv, als mit ihm die Texte, die herkömmliche Dramaturgien zwar aufgreifen und überschreiben, sie aber auch sprengen und hinter sich lassen, sowohl in ihrer Mikro- als auch in ihrer Makrostruktur neu fass- und beschreibbar werden.