Die Kontrakte des Kaufmanns und die Addenda-Texte
摘要
Elfriede Jelineks Wirtschaftskomödie wurde als prophetische Vorwegnahme der Finanzkrise 2008 gefeiert und rekurriert auf zwei österreichische Bankenskandale: auf die Refco-BAWAG-Affäre aus dem Jahr 2006 und den staatsanwaltlich untersuchten Fall der österreichischen Meinl-Bank im Herbst 2007, in den auch Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser verwickelt war (vgl. Lücke 2017, S. 25). Die Gewerkschaftsbank BAWAG hatte u. a. mit Briefkastenunternehmen und Stiftungen – genau wie die Meinl-Bank mit ihren Steueroasen auf den Inseln Jersey und Guernsey – im großen Stil Finanzbetrug betrieben und damit vor allem private Kund*in- nen geschädigt, die ihre private Altersvorsorge in Risikokapital angelegt hatten (vgl. Polt-Heinzl 2010, S. 106). Diese unlauteren Geschäfte stehen dem Ethos im Geschäftsbericht der Meinl-Bank entgegen, der Hochwertwörter wie »Freiheit, Gerechtigkeit, Ehre, Pflicht« (KO, S. 238) oder Verantwortung beschwört.