Forschungsgeschichte
摘要
Die Geschichte der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Thomas Manns Roman Der Zauberberg ist ebenso umfangreich und vielfältig wie ihr Gegenstand, und sie beginnt nicht etwa mit Verzögerung, sondern, nimmt man es genau, schon während der Entstehung des Romans. Denn bereits ab 1921, also noch drei Jahre vor der Erstpublikation, bringt Mann selbst erste Deutungen in Fachkreisen in Umlauf. Nach der Lektüre des Kapitels »GoetheGoethe, Johann Wolfgang von als Naturforscher« aus dem zweiten Band von Albert BielschowskysBielschowsky, Albert Goethe. Sein Leben und seine Werke (1904) notiert er am 15. Juni 1921 in seinem Tagebuch, dass ihm nun »Sinn und Idee« des Zauberberg »recht klar« geworden seien und dieser »auf seine parodistische Art ein humanistisch-goethischer Bildungsroman« (Tb, 15.6.1921) sei. Mit diesem »Gattungsetikett« (Marx 2009c, 87) beschreibt Mann fortan sein Romanprojekt, insbesondere auch in den zahlreichen Korrespondenzen, die er mit Germanisten in dieser Zeit unterhält (vgl. Marx 2009c). Der Autor setzt damit Impulse, die die Forschung aufgreifen und noch über Jahrzehnte weiterverfolgen sollte.