„Sei mir gegrüßt, Melancholie“ – Gottfried Kellers Inspirationsquellen und die „Sieben Legenden“
摘要
Die Melancholie ist in Gottfried Kellers Werk und wohl auch in seinem Leben keine Fremde, weder als Figur und schon gar nicht als Temperament. Ausgehend von Kellers Melancholie-Gedicht wird die Rolle dieser ‚Stimmung‘ als inspirierende Kraft in den Sieben Legenden aufgespürt und nachgezeichnet. Von Anfang an lässt sich zeigen, dass diese Melancholie vielgestaltig wirkt und im „Garten“ der „Phantasie“ allerlei gedeihen lässt. Anknüpfend an die Auffassung der Melancholie als Geometrie-Figuration in Albrecht Dürers Melencolia-Stich wird schließlich Kellers Legenden-Zyklus als kompositorische Vorgabe für einen Lese-Rundgang interpretiert, der jener Kugel-/Reifen-Figur entspricht, die ein wiederkehrendes ‚Werkzeug‘ der nicht nur von Dürer gestalteten Melancholie ist.